Passitivo

Schlagwörter

, ,

Der Wein: Passitivo IGT 2012
100% Primitivo, aus Apulien
Bezug: vipino, 8 €

Auge: dunkel kommt der Primitivo daher, dennoch leicht durchschimmernd. Leicht ölig im Glas, purpurrot und kraftvoll. Keine Kirchenfenster.

Nase: viel Frucht. Kirschen, Rosinen. Brombeeren. Darüber auch etwas Vanille und süßliche Aromen in Richtung Mandel. Vielleicht auch ein bisschen Pflaumenmus. Darunter auch noch etwas Ländliches, leicht grasiges.

Mund: Sehr intensiv, sehr direkt und dabei strukturiert. Es sind weniger die Früchte im Vordergrund, sie treten zurück und bilden mit schwarzen Johannesbeeren eine Basis – rustikalere Aromen sind da im Vordergrund. Erdig, ein Hauch Leder vielleicht. Ein ländlicher, gut Geschmack. Im Abgang sehr kräftig mit Nachhall. Süditalien ist im Glas, herzhaft, kernig, viel Sonne.

Und sonst: Primitivo kommt von „primo“ – dies ist die erste Sorte, die reif wird.  Für diesen Wein hat man eine ganz alte Technik der Region ausgegraben, das ‚appassimento’am Stängel. Ähnlich wie beim Amarone werden die Trauben angetrocknet. Allerdings nicht nach der Lese auf dem Dachboden, sondern gleich am Stock. Mit einer Zange, wird jeder einzelne Stängel gequetscht, so dass die Trauben nicht mehr vom Rebstock versorgt werden können und so am Stock langsam eintrocknen. Das intensivier das Aroma.
vipino scheint gute Weine zu haben, gegenüber Wine in Black haben sie die Nase vorn – weniger Show, mehr Weingenuss!

2014-01-31 21.50.50

Montsant Besllum 2008

Schlagwörter

, , ,

Der Wein: Celler Malondro ‚Besllum‘ D.O. Montsant 2008
Grenache und , aus Katalonien
Bezug: Wine in Black, 10€

Auge: Nicht besonders dunkel, aber kraftvoll, ein leuchtendes fruchtiges Rot. Wenig Öligkeit, sehr feinstofflich und flüssig. Klar und lichtdurchlässig.

Nase: Viel Frucht, etwas Nüsse, Vanille, Marzipan (?), Backwerk. Auf jeden Fall duftet es zunächst nach Kuchenbackstube im Glas. Auch ein paar kräftige, exotische Gewürze dabei, Rosinen sogar.

2014-01-14 21.12.43Mund: Sehr weich zunächst, schmeichelnd, recht fruchtig. Kirsche, Blaubeere im Hintergrund, und das Fass schmeckt man heraus, in dem er 16 Monate gelagert wurde. Insgesamt aber wenig körper, ich hätte mehr erwartet. Kräftig durch die 14,5% Gehalt, die etwas dominieren, außerdem durch die wieder spürbaren Gewürze. Nach hinten heraus schmeckt der Wein stärker, ein langer (mir etwas zu alkoholischer) Abgang. Etwas Gebratenes scheint durchzukommen. Im Gesamtcharakter dennoch zu weich und schmeichelnd, zu wenig Mut ist da im Glas.

Persönliche Wertung: 5/10 Punkten

Königsburg

Schlagwörter

, ,

Der Wein: Castello delle Regine 2004regine
Merlot, aus Umbrien, Erzeugerabfüllung, IGT

Bezug: ebrosia, 15€

Auge: Dunkle Färbung, rubinrot mit leichtem Glanz. Kein Licht dringt durch, nur am Rande ein schwaches Leuchten. Beim Schwenken etwas ölig. Macht Kirchenfenster.

Nase: Holzige, schwere Beerenaromen treten mir entgegen. Leder und Holz, Dielenbohlen geradezu. Mit der Zeit kommen die Früchte im Glas aber mehr durch. Dörrpflaumen. Sehr intensives Bukett. Frisch ist hier nichts; die 10 Jahre in der Flasche spürt man. Für mich riecht er nicht nur „lecker“, sondern auch etwas zu alt.

Mund: intensive Aromen, mit nicht wenig Tanninen. Dadurch langer Abgang. Er hat 14%, wirkt auf mich aber noch stärker. truktur, das ist angenehm, zuletzt hatte ich manch verwaschenen Tropfen im Glas. Recht gewichtig, ja schwer, dieser Wein.
Die dunklen Dörrfrüchte kommen durch, viel viel Holz, Johannisbeeren, dunkle Johannisbeere auch. Dazu ein Hauch Kaffee (!) und Vanille. S Tatsächlich findet sich ein Hauch von Röstaroma, so wie in der Beschreibung zu finden – ich dachte, das wäre ein schöner Unsinn, doch tatsächlich ist das zu finden. Rund und weich finde ich den Tropfen allerdings nicht, sondern eher kraftvoll, etwas kantig geradezu.

Und sonst: Im Gambero Rosso hat er 3 Gläser bekommen, das ist eine Topwertung. Ich kann mich nicht anschließen, das liegt aber wohl eher an mir.

Persönliche Wertung: 7/10

Südliches Rhonetal

Schlagwörter

, , ,

cotesDer Wein: La Ferme Saint-Pierre Cuvée du Roi Fainéant 2003
Cotes du Ventoux, La Ferme Saint Pierre; Bezug: Geschenk an meine Eltern von Freunden

Auge: Hier im Licht nicht gut zu sehen – eher dunkle, aber nicht rubinene Färbung, am Rand klar. Leicht ölig, fein. Kirchenfenster.

Nase: Fruchtig-tiefe Aromen kommen mir entgegen, da sprechen die 10 Jahre Lagerung. Das jungverspielte, frisch-obstige hat dieser Tropfen hinter sich. Kirsche setzt sich nach und nach durch, alte, eingetopfte Früchte.

Mund: Überraschend wenig Tannine, erst im Abgang sind sie sanft, aber spürbar da. Im Mund ausgesprochen samtig und mild, fein, komplex fruchtig, ein Hauch Erde, ein Hauch Vanille vielleicht. Der Alkoholgehalt (trotz 15%!) tritt zurück, das Gewicht ist angenehm. Von der Struktur her aber nicht ganz klar, vielleicht auch zu viel Herausforderung für mich als Anfänger. Langer, aber zurückhaltender Abgang.

Und sonst: Bei einer Familienfeier getrunken – da ist es nicht drin, sich voll auf den Wein zu konzentrieren… schade, dafür hätte es sich bestimmt gelohnt!

Persönliche Wertung: 7.5/10

Papstwein aus Chateauneuf

Schlagwörter

, , , ,

Der Wein: Chateauneuf-du-Pape 2012
Cellier Saint Jean, 2012; Cuvee mit viel Grenache. Bezug: Lidl, 10€

Chateauneuf-du-PapeAuge: Im Glas rubinrot, fein, genau richtig zwischen dünn und ölig, glänzend. Das Licht schimmert fein durch den fast klaren Wein – insgesamt ziemlich vornehm. Und doch keine Kirchenfenster.

Nase: Nach 15 min. Dekantierzeit ein volles, prachtvolles Bukett. Viel Charakter. Intensiv kommen hier dunkle, schwere Früchte der Nase entgegen, aber auch Gewürze lassen sich erschnuppern. Zimt, ist das Zimt? Ein bisschen weihnachtlich, aber das kann auch an den Backkünsten meiner besseren Hälfte liegen, die heute Kekse gebacken hat.

Mund: Von Beginn an ein kräftiger Geschmack. Neben den Fruchtaromen kommen tatsächlich auch im Mund die Gewürze schnell und stark durch, fast einschüchternd für die gespannten Geschmacksnerven. Sehr komplex, was da zu bewältigen ist. Pikant, würzig. Dennoch angenehme Struktur, vom Gewicht her genau richtig. Viel Tannin und Säure. Dennoch eine sehr harmonische Linie. Im Abgang sehr stark und bleibend, wirklich viel Charakter. Hier schmeckt man den Felsboden der Rhonehänge geradezu mit heraus.

Und sonst: Kein Wein für jemanden, der gerade erst einen ersten Wein entkorkt, er würde schnell erdrückt. Vermutlich mit einem kräftigen Käse kombiniert ein Hochgenuss. Auf jeden Fall sollte ich noch einige Flaschen davon einlagern.

Persönliche Wertung: 8/10

La Cicogna

Schlagwörter

, , ,

Der Wein:  La Cicogna Barbaresco DOCG 2010
100% Nebbiolo Trauben, 2 Jahre gereift, davon 1 Jahr im Fass. Bezug: Lidl, 8 €

La CicognaAuge: Dunkel, edelsteinrot, leuchtend sieht der Barbaresco aus. Zuerst erschien er mir feinflüssig fast wie Wasser, nun aber doch etwas dicker, die typische ölige Spur. Macht auch ausgeprägte Kirchenfenster.

Nase: Gerade entkorkt, riecht man Holz, auch scheint er nach Erde, nach Tabak sogar zu duften. Darüber die Früchte, aber keine so vollen Beeren wie schon bei anderen erschnuppert. Die kommen erst langsam nach dem Dekantieren auf, er entwickelt sich. So richtig fruchtig scheint er aber nicht zu werden.

Mund: Weich, voll, fruchtiger als gedacht kommt er im ersten Moment daher. Dann kommen die Tannine durch, die auch den Abgang verlängern. Dieser ist recht kräftig, ja stark. Mir persönlich im ersten Schluck etwas zu wenig Struktur und Gewicht. Dennoch ein sehr gepflegter, distinguierter Wein.

Und sonst: Interessant, einmal den Nebbiolo zu kosten – vor allem deswegen habe ich die Flasche mitgenommen. Nebbiolo, eine starke, sehr edle, auch sehr anspruchsvolle Rebe – das wollte ich gern einmal kosten. Dieser Wein wäre sicher etwas zu Wild oder anderen kräftigen Gerichten.

Persönliche Wertung: 6.5/10

Schlapp im Glas: Givas Dolcetto

Schlagwörter

, , ,

Der Wein: Givas Dolcetto Piëmonte 2012
DOC-Wein aus dem Piemont, 100% Dolcetto, Bezug: weinvorteil, 8.99€

Dolcetto

Auge: Ein klares Rot, durch das das Licht schimmert; der Wein leuchtet ein wenig von innen. Er wirkt nicht dunkel, eher einen Hauch von Blut sehe ich da. Am Rand ganz leicht ölend, wirkt er fein und dünn. Wenig Kirchenfenster.

Nase: Fruchtig, aber ein intensives Bouquet ist etwas anderes. Eher dezent fruchtig.

Geschmack: fruchtig, aber nicht klar vom Charakter her. Zunächst braucht er kurz, um im Mund anzukommen, der Fruchtgeschmack aber ist recht einfach, wenig Nebentöne, wenig Spiel. Eine Spur Fruchtsaft kann man herausschmecken, auch hier und da eine ganz leicht käsige Note. Wenig Gewicht und Struktur hat der Wein, wirkt einfach und günstiger, als er ist.

Und sonst: Nicht wieder kaufen. Bin mir nicht sicher, ob es an der Traube liegt oder an diesem Wein: er schmeckt mir nicht besonders. Ginge möglicherweise noch zu einem Eintopf mit Speck, zum Spülen – aber dafür hat er auch wieder zu wenig Gewicht.

Persönliche Wertung: 3/10

Fusione

Schlagwörter

, , , , ,

Der Wein: San Marzano Fusione Rosso 2012
Primitivo und Negroamaro, Kellerei Feudi di San MarzanoBezug: ebrosia, 8,50 €

Auge: Sehr dunkel, nicht ganz klar; der Wein lässt so gut wie gar kein Licht durch. Dabei immer noch dünnflüssig, nur ein Hauch von Öl. Wirkt sehr feinstofflich, keine Kirchenfenster, spannend.

Nase: Der Primitivo ist zu erkennen. Daneben duftet es überraschend nach Honig, und natürlich nach Früchten, dunklen Früchten – Pflaumen, eher sogar Trockenpflaumen spüre ich da heraus. Recht stark und direkt, richtungweisend, weniger umfassend als sonstige Bouquets.

Mund: Gut. KräftigeFusione Rossor als der Primitivo, ohne dabei einfacher, stumpfer zu sein. Aber eine robuste Struktur und mehr Gewicht im Mund. Gut! Obwohl der Abgang nicht allzu ausgeprägt ist, bleibt der Wein noch eine Weile.

Und sonst: Sehr interessante Mischung, die ich mir direkt zum Weihnachtsbraten vorstellen könnte. Die Kellerei Feudi di San Marzano schneidet anscheinend auch in Besprechungen ganz gut ab. Gern würde ich den Negroamaro einmal allein im Glas haben.

Persönliche Wertung: 9.5/10

Primitivo ist König

Schlagwörter

, , ,

Der Wein: Primitivo Selezione del Re 2009
Bezug: ebrosia, ca. 10€

Auge: Dieser Wein ist tiefrot, gehört zu den dunkelsten, die ich je gesehen habe. Konsistenz leicht ölig. Dabei wirkt er fein, ist trotz der dunklen Farbe klar und glänzt. So gut wie gar keine Kirchenfenster, das hätte ich nicht gedacht.
Primitivo del Re 2009
Nase: Ein volles, fruchtiges, sehr beeriges Bouqet, das einem da entgegentritt. In den hohen Bordeauxkelchen, die ich derzeit bevorzuge, sehr intensiv – fast zu intensiv. Ein bisschen Vanille erschnuppere ich auch, und irgendwie scheint der Wein ganz leicht an eine Kuchenbackstube zu erinnern, erstaunlich.

Mund: Der Primitivo kommt mit kleiner Verzögerung an, um sich dann voll und überall zugleich zu entfalten. Sehr fruchtig, mit etwas Kirsche dabei, weich und ziemlich schmeichelnd. Auch vom Gewicht her angenehm – weder schwer, noch leicht. Gestern hatte ich ihn auch schon, da empfand ich ihn noch klarer. Heute scheint er zunächst etwas zu viel Aroma mitzubringen, die Klarheit stellt sich erst nach einigen Schlucken ein. Im Abgang kommen mehr Tannine durch, der Abgang ist angenehm und leicht herb, er bleibt noch etwas auf der Zunge und klingt langsam und harmonisch ab. Insgesamt ein ganz gutes Erlebnis.

Und sonst: Zu Käse gut, aber noch nicht optimal, da sind die Bordeaux noch besser. Primitivo scheint meine Traube zu sein derzeit; auch der andere Primitivo von ebrosia gefiel mir gut – er wird hier sicher noch vorkommen.

Persönliche Wertung: 8.5/10

Calle Principal, der ehemalige Liebling

Schlagwörter

, , ,

Der Wein: Calle Principal 2012,  Tempranillo – Cabernet Sauvignon
Bodegas y Vinedos Contralto
Bezug: weinvorteil.de (oder anderer Versender, habe nach dem Wein gezielt gesucht), 6-8€

Auge: Der Wein ist vollrot, nicht ganz dunkel, sondern eher leuchtend. Rubinrot, das wirkt gut. Die Flüssigkeit ganz leicht dicker, sämiger im Vergleich zu Wasser. Er glänzt matt und von innen heraus. Keine interessanten Kirchenfenster.

Nase: Dieser Wein duftet intensiv, sehr nach Frucht, vor allem waldige Beeren. Darunter kommt auch etwas Erdigeres durch; der Geruch ist nicht nur simple Frucht, sondern etwas satter und voller. Erdbeeraromen, die angeblich drin sein sollen, kann ich nicht entdecken, eher die dunklerem Früchte.

Mund: Er bringt einige Tannine mit, die aber schön rund sind. Vom Gewicht her eher leicht und fruchtig, etwas zu leicht und verspielt für meinen Geschmack. Im Mund schmeckt er sehr vollfruchtig, elegant, im Abgang kommt aber nur wenig nach und der Eindruck ist schnell dahin.

Und sonst: Als Alltagswein ok. Der 2011er Jahrgang derselben Bodegas war mein Lieblingswein, schmeckte mir hervorragend im letzten Jahr. Hier habe ich nun eher einen guten Alltagswein. Sei es, dass mein Geschmack sich geändert hat, sei es, dass ich nun erstmals den direkten Unterschied zwischen den Jahrgängen schmecke. Auch dieser Jahrgang hat Preise gewonnen.
Dieser Wein wird aus Tempranillo  (60%) und Cabernet Sauvignon (40%) gekeltert. Mich würde mal ein noch höherer Tempranillo-Anteil interessieren.

Persönliche Wertung: 6/10

2013-10-10 21.09.47